Verkehrslösung Alberschwende: eine Gemeinde vor großen Veränderungen

Vor mehr als 20 Jahren gab es in der Gemeinde Alberschwende einen Planungsprozess mit großer Bürgerbeteiligung zur Ortsentwicklung mit Schwerpunkt Verkehr. Der Prozess wurde jedoch nicht abgeschlossen und die wichtigsten Ergebnisse hinsichtlich der Entlastung vom Durchgangsverkehr, die bis dahin vorlagen, nie umgesetzt. Seit damals hat der Verkehr auf der Bregenzerwaldstraße weiter zugenommen; vor allem in Folge der Eröffnung des Achraintunnels stieg die Verkehrsbelastung stark an. Nun wurde das Planungsergebnis einstimmig in der Gemeindevertretung beschlossen.

Ein gemeinsamer Planungsprozess

Die Gemeinde Alberschwende und das Land Vorarlberg haben sich nun gemeinsam mit den BürgerInnen einer Verkehrslösung angenähert, die neben vier Umfahrungskorridoren auch Gestaltungs- und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen für den Ortskern und eine Lösung für die Kreuzung in Müselbach beinhalten. Anderthalb Jahre lang wurden die Pläne und das Konzept vom Planungsteam Rosinak & Partner und Planoptimo-Büro Dr. Köll entwickelt. In die Planungen waren neben der Gemeinde Alberschwende und dem Land Vorarlberg auch die Alberschwenderinnen und Alberschwender beteiligt. Sie hatten in mehreren breit angelegten Bürgerbeteiligungsterminen die Möglichkeit, ihre Vorstellungen, Ideen und Anregungen, aber auch ihre Sorgen einzubringen. Gemeinsam mit den VerkehrsplanerInnen haben auch sechs engagierte Bürgerinnen und Bürger in der Planungsgruppe mitgearbeitet und Energie und Freizeit in das Projekt gesteckt.

Die nächsten Schritte

Am Dienstag, 31. Jänner 2017, wurde die Verkehrslösung Alberschwende nunmehr im Rahmen einer dritten öffentlichen Informationsveranstaltung präsentiert. Die grundlegende Richtung der vier ausgewählten Umfahrungskorridore, die per Gesetz maximal 200 m breit sein dürfen, ist damit als ein wesentliches Ergebnis des Planungsprozesses festgelegt. Innerhalb der empfohlenen Korridore muss schlussendlich eine Umfahrungslösung realisierbar sein.

Aufwertung des Ortskerns

Der Ortskern soll sich künftig durch eine Nutzungsvielfalt (Gastronomie, Aufenthalt für Jung und Alt, für Touristen und Bewohner) und hochwertige öffentliche Räume auszeichnen. So soll die durch die zukünftige Umfahrung erzeugte Reduktion des Verkehrs im Ortskern dazu genutzt werden, das Zentrum von Alberschwende attraktiver zu machen, sodass auch historisch wertvolle Gebäude besser erhalten und genutzt werden können. Die Verlegung der L 14 Bucherstraße vom Dorfplatz weg in Richtung Osten ist eine der zusätzlich wichtigen Maßnahmen, die zu einer verkehrlichen Verbesserung und höheren Aufenthaltsqualität in der Gemeinde beitragen werden.

Eine Lösung auch für Müselbach

Neben der Tempo 50 Regelung an der Kreuzung in Müselbach, die noch 2016 von der Bezirkshauptmannschaft verordnet wurde und deren Bodenmarkierungen bei trockener Witterung Anfang 2017 fertiggestellt werden, konnte innerhalb des Planungsprozesses auch eine Lösung für den Umbau der Kreuzung gefunden werden. Aus zahlreichen Varianten wurde nun eine Verschiebung der Kreuzung zusammen mit der Errichtung einer Ampel vorgeschlagen – diese Lösung findet im Bauprogramm des Landes Eingang. Neben all diesen Maßnahmen haben die Planerinnen und Planer auch noch Verbesserungen für die Kreuzung L 200 / L 15 ausgearbeitet, ein Gestaltungskonzept für den Bereich beim früheren Gasthaus zur Brauerei im Ortskern entwickelt, eine Fußgängerverbindung Dreßlen – Näpfle, eine Querungshilfe der L 200 an der Einmündung der Weitlochstraße sowie die Umsetzung der Geschwindigkeitsregimes aus dem Verkehrskonzept Bregenzerwald vorgeschlagen.

Umsetzung in Schritten

Die Verkehrslösung Alberschwende stellt eine wichtige Grundlage für die nächsten Schritte dar. Für die Gemeinde ist vor allem wichtig, dass die räumliche Entwicklung mit dieser Lösung nunmehr eine gute Orientierung für die nächsten Jahre finden wird. Der Planungsprozess geht also nun im Land Vorarlberg weiter, denn eine Umfahrung Alberschwende muss zunächst als neuer Landesstraßen-Abschnitt ins Vorarlberger Landesstraßengesetz aufgenommen werden und den Planungszielen entsprechen. Dafür ist der nächste Schritt, nämlich eine gesetzlich vorgeschriebene Strategische Umweltprüfung, notwendig, die – auch unter Einbeziehung der Gemeinde – in Angriff genommen werden soll. Die Vorschläge sollen also in dieser Umweltprüfung vertieft untersucht werden, um schlussendlich den besten Korridor mit den günstigsten Wirkungen für die Menschen, den Raum und die Umwelt auszuwählen.

Wir freuen uns, die Gemeinde Alberschwende in diesem sehr engagierten, produktiven und spannenden Planungsprozess begleitet zu haben.

 

Die Ergebnisse des Prozesses sind auf der Website der Gemeinde Alberschwende publiziert.

Projektinfos

Auftraggeber: 
Amt der Vorarlberger Landesregierung, Gemeinde Alberschwende
Projektteam: 
Andrea Weninger
Wolfgang Pfefferkorn
Projektpartner: 
Planoptimo-Büro Dr. Köll (Helmut Köll, Korbinian Feil)
Zeitraum: 
2015-2017