Alles eine Begegnungszone?

Begegnungszonen sind der neueste verkehrspolitische Trend. Aber in welchen Fällen sind sie tatsächlich zweckmäßig? Dieser Frage wurde im Rahmen einer Planungswerkstatt der Forschungsgesellschaft Straße – Schiene - Verkehr am 12.2.2015 nachgegangen. Mehr als 30 TeilnehmerInnen diskutierten die Einsatzmöglichkeiten von Begegnungszonen anhand konkreter Beispiele: Die bereits errichteten Begegnungszonen in Thalgau und Wolfurt sowie neue Projekte in Rankweil, Egg und Gmunden. Moderiert wurde die Veranstaltung von Michael Szeiler (Rosinak & Partner), der auch federführend an der Erstellung des RVS-Arbeitspapiers „Einsatzkriterien für Begegnungszonen“ beteiligt war. Sein persönliches Resümee: Begegnungszonen können die Aufenthaltsqualität für FußgängerInnen erhöhen, wenn die verkehrlichen und gestalterischen Randbedingungen passen.

Erst kürzlich sorgte der Vorschlag von Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel für Aufsehen, den gesamten 1. Bezirk in Wien innerhalb der Ringstraße zur Begegnungszone zu machen.

Welche Argumente sprechen für diesen Vorschlag?

  • Begegnungszonen sind für Stadtzentren und Altstadtbereiche mit hohen Fußgängerfrequenzen gut geeignet.
  • Je ausgeglichener das Verhältnis von Fußgängern zu Kfz ist, desto besser funktionieren Begegnungszonen
  • Eine große Anzahl von Geschäften, Lokalen und anderen Attraktionen auf beiden Straßenseiten begünstigen eine Begegnungszone

Welche Faktoren erschweren eine Begegnungszone in der gesamten Innenstadt?

  • Begegnungszonen sollen ein flächiges Queren der Fahrbahn und / oder eine Mitbenützung der Fahrbahn durch FußgängerInnen ermöglichen. Herkömmliche, erhöhte Gehsteige und durchgehende Parkstreifen stehen daher im Widerspruch zu einer Begegnungszone.

Also: Schilder allein machen noch keine Begegnungszone, es bedarf einer Neugestaltung des gesamten Straßenraums!