Über Angst- und Panikmache

Der ORF titelte am 27.9.2016 „Wo der Dreck in der Luft landet“ und berichtete über eine aktuelle Evaluierung des Luftgüteberichts der Weltgesundheitsorganisation WHO. In diesem Bericht wurde Klosterneuburg als Ort mit der schlechtesten Luftqualität in Österreich ausgewiesen.

Zur Luftqualität gibt es - aus unserer Sicht - keinen Anlass für Verharmlosung, aber ganz sicher auch keinen für Angst- oder Panikmache.

Einleitend sei festgehalten, dass der Grenzwert für den Jahresmittelwert für PM10 gemäß des österreichischen Immissionsschutzgesetzes-Luft und der Richtlinie der Europäischen Union über Luftqualität und saubere Luft für Europa (Cafe-Richtlinie) an Österreichs Messstellen deutlich unterschritten wird. Der Trend der Belastungen durch PM10 ist fallend. Auch das eigentliche Problem, die Anzahl der jährlichen Überschreitungen des PM10-Tagesmittelwertes, hat sich in den letzten drei bis vier Jahren entspannt. Die zulässigen 25 Überschreitungstage werden an Österreichs Messstellen großteils unterschritten.

Dass Klosterneuburg, wie im ORF-Beitrag festgehalten, der Ort mit der schlechtesten gemessenen Luftqualität sei, ist unrichtig und resultiert aus einer - in der Studie durchgeführten - unzulässigen Mittelung von Messwerten in den großen Ballungszentren Österreichs, wie etwa dem Grazer Becken. Messstellen in Graz bzw. im Grazer Becken und dem Leibnitzer Feld wiesen im Jahr 2013 (Datensatz der WHO) deutlich höhere Feinstaub-Messwerte auf als Klosterneuburg. Darüber hinaus ist die Messstelle Klosterneuburg-Verkehr keinesfalls repräsentativ für die Luftgüte im gesamten Stadtgebiet. Die Messstelle liegt zwischen der Umfahrung B14, der alten B14, der Franz-Josefs-Bahn und außerdem im Einflussbereich eines stark frequentierten Schotterparkplatzes.

Eine differenziertere Methodik in der WHO-Studie und eine differenziertere Berichterstattung des ORF sind zu wünschen.

http://orf.at/stories/2359811/2359818/
http://maps.who.int/airpollution/